KiW im Wettbewerb des Max-Ophüls-Preises 2020


Teilnahme an der Berlinale Talents Doc Station 2014. Premiere im Wettbewerb des Max-Ophüls-Preises 2020. Ein Film von Frederik Arens Grandin in Koproduktion mit The Kingdom, Paris, 73 ‘

Der junge Libanese Ali verläßt nach einer Reihe von Niederlagen Paris und versucht, sein Glück in seiner Heimatstadt Dakar zu machen. Er gründet KiW, eine kleine Fischfabrik, benannt nach dem Moment, in dem die Fischer ihren Fang und ihr Glück machen. Und Alis Geschäft wächst – trotz internationaler Ausbeutung der senegalesischen Gewässer, Regenzeit, Stromausfällen und anderen Widrigkeiten. Erst die Investition seines Cousins Hacem bringt unüberwindbare Differenzen und verschlägt Ali wiederum in ein neues Leben …
Der Film taucht in Alis Leben im Senegal, in Frankreich und auf Haiti ein, folgt seinen Bewegungen mit und gegen Migrationsströme, in sein Scheitern und seine – wiederkehrende – Hoffnung.

CREDITS

Protagonist_innen:

Ali Hawili
Sophia Hawili
Oussman Pam
Michael Pereira (Grand Mike)
Michael Sylla (Petit Mike)
Ndeye Fall
Moussa Fall
Hacem Hawili
Julie Bas

Stab:

Buch, Regie, Kamera: Frederik Arens Grandin
Tonaufnahme und Sounddesign: Clement Jusforgues
Schnitt: Francine Lemaître
Farbkorretur: Oliver Freuwörth
Mischung: Leroy Quintyn
Übersetzungen: Penny Allen, Sara Berthier, Khadim Mbaye, Janaína Meis, Nadjet Tabouri
Untertitelung: Rita Thiesing
Filmgeschäftsführung: Martina Kirsch
Koproduktion: Marie-Odile Gazin
Produktion: Meike Martens
Entwicklung gefördert durch Procirep & Angoa. Brouillon d’un rêve, la Scam und La Culture avec la Copie Privée. Produktion gefördert durch die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen. Postproduktion unterstützt durch Périphérie – Centre de création cinématographique, La Room Studio und Medienprojekt Wuppertal

NOTIZ DES REGISSEURS

Ich traf Ali vor einem Jahrzehnt in Paris. Ich bot ihm damals an, eine Zeit lang auf meiner Couch zu schlafen, er blieb für neun Monate. Ali schwimmt mal mit und mal gegen den Strom des Migrationsflusses. In dem Versuch, seiner libanesischen Herkunft zu entsprechen, verfolgt Ali hartnäckig immer wieder das Ziel, sein eigenes Geschäft zu führen.

Er verkörpert für viele in seinem Umfeld den „afrikanischen Traum“ von postkolonialer Unabhängigkeit: den Wunsch, sich aus eigenen Kräften im Heimatland etwas aufzubauen, ohne Hilfe von Außen, um schließlich irgendwann frei, würdevoll und leben und sich bewegen zu können.

Vor dem Hintergrund dieser Auseinandersetzung um ein Leben in Würde möchte ich mit diesem Film auch untersuchen, was Scheitern bedeuten kann und ob ein Scheitern trotz aller Rückschläge vielleicht die Chance birgt, sich selbst etwas näher zu kommen.


BIOGRAFIE

Frederik Arens Grandin (*1982) ist in Wuppertal aufgewachsen. In Montpellier studiert er Film, Theater- und Kunstwissenschaften. 2010 absolviert er seinen Master in Filmregie an der Universität Paris 8 und stellt seinen ersten Dokumentarfilm DAS OPA-PROJEKT vor. Im Folgejahr gibt Frederik Filmkurse am Kunstinstitut IESA in Paris und ist 2012 Artist in Residence im Rahmen des Dokumentarfilm-Festivals „5 sur 5“ in La Louvière, Belgien. 2014 nimmt Frederik an der DocStation der Berlinale Talents teil. 2016 realisiert er im Rahmen von Recherchearbeiten zu einem Spielfilmprojekt mehrere Filmworkshops mit Waisenkindern in Brasília. Zahlreiche Kurzfilme und Kooperationen wurden weltweit auf über 50 Festivals gezeigt.

FILMOGRAFIE

2012 MAISON DU PEUPLE, Dragone Film, kreativer Dokumentarfilm, HD, 13′
2010 DAS OPA-PROJEKT, Frederik A. Grandin, kreativer Dokumentarfilm, HDV/8mm, 56′