Der Tag des Spatzen

Premiere: Berlinale 2010 | Internationales Forum des Jungen Films

Dokumentarfilm
von Philip Scheffner, D 2010

DER TAG DES SPATZEN ist ein politischer Naturfilm. Er handelt von einem Land, in dem die Grenze zwischen Krieg und Frieden verschwindet. Am 14. November 2005 wird in Leeuwarden ein Spatz erschossen, und in Kabul stirbt ein deutscher Soldat. Das Nebeneinander der Schlagzeilen wird zum Anlass für Regisseur Philip Scheffner, sich mit den Methoden der Ornithologie auf die Suche nach dem Krieg zu machen. Seine Reise durch Deutschland beginnt an der Ostsee, mit Kindheitserinnerungen an ein Vogelschutzgebiet zwischen Truppenübungsplatz und Segelhafen.
Ort für Ort umkreist die Kamera die Realität des Krieges, in Bildern scheinbaren Friedens. Dialoge aus zufälligen Begegnungen wehen durch die menschenleeren Landschaften. Dabei bleiben die Vögel immer im Fokus des Objektivs. Sie sitzen in Kanonenrohren, auf Zäunen, flattern über Wiesen und Felder, markieren die Orte, an denen dieser Krieg gemacht wird.
Und plötzlich wechselt die Perspektive. Ein Freund des Filmemachers wird auf einer Landstraße in Brandenburg verhaftet. Die Vogelbeobachter werden selbst zum Objekt der Beobachtung.
Am Ende steht ein verschobener Blick auf das Vertraute: ein Truppenübungsplatz an der Ostsee, zwischen Vogelschutzgebiet und Segelhafen. Raketeneinschläge peitschen das türkisblaue Wasser auf, über dem die Vögel unbeirrt weiter ziehen.

Buch: Merle Kröger und Philip Scheffner
Regie: Philip Scheffner
Kamera: Bernd Meiners
Ton: Pascal Capitolin, Volker Zeigermann

in Koproduktion mit pong/ Merle Kröger – worklights media production/ Marcie Jost und Peter Zorn – ZDF/ ARTE “Spätvorstellung„/ Redaktion: Doris Hepp

Gefördert durch: Filmstiftung NRW, Produktion 2
Medienboard Berlin Brandenburg
Mitteldeutsche Medienförderung
Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein
Deutscher Filmförderfonds
FFA Drehbuchförderung
werkleitz (Supported Artist)

Verleih: arsenal distribution
Kinostart: 08.04.2010 (geplant)